Erzeuger-Kurzportraits:
Demeter-Legehennenbetrieb AngaReisch GbR in Tannheim
Bio-Legehennenbetrieb Konrad Halder
Demeter-Legehennenbetrieb Hofgut Brachenreuthe
Dioxin in Bio-Eiern
Bei Untersuchungen von Bio-Eiern eines Betriebes aus NRW wurden überhöhte Werte des dioxinähnlichen Stoffes PCB festgestellt. Die Ursache der Belastung mit PCB konnte bis zum jetztigen Zeitpunkt nicht gefunden werden.
Das ethische Dilemma der Hühnerindustrie
Keine Hühnerrasse liefert beides: Viel Fleisch und viele Eier. Darum werden in Deutschland jedes Jahr 40 Millionen Küken getötet.
Wie ein Bauer aus Niedersachsen das ethische Dilemma der Hühnerindustrie lösen will.
Hähnchenbrust- Dauerfrust
Antibiotika in der Tierhaltung- ein Dauerbrenner, der zu Recht alle Schlagzeilen beherrscht. Den jüngsten Skandel löste nun eine Stichprobe der Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus: Bundesweit wurden 20 Hähnchenfleischproben, gekauft bei Edeka, Rewe und Lidl, im Labor untersucht. Die Hälfte enthielt antibiotikaresistente ESBL-Keime, zwei proben waren mit MRSA- Keimen belastet. Das Fleisch stammte von Wiesenhof, Sprehe und Stolle-den drei größten deutschen Hähnchenproduzenten.
MRSA-Keime, Methicillin- Resistente Staphylococcus Aureus, können beim Menschen Wundinfektionen, Entzündungen der Atemwege, bei immunschwachen Menschen auch Blutvergiftungen und Lungenentzündungen hervorrufen und sind gegen zahlreiche Antibiotika resistent.
ESBL, Extended Spectrum Beta-Laktamasen, sind Enzyme, die Antibiotika außer Kraft setzten können.
In der industriellen Tierhaltung wird wegen der Gefahr einer schnellen Ausbreitung von Krankheiten systembedingt zehntausend Tieren in einem Aufwasch Antibiotika verabreicht- auch den gesunden. Studien berichten con Medkamentencocktails mit bis zu 8 verschiedenen Komponenten im Hähnchenfleisch- die daraus entstehenden gesundheitlichen Folgen für die Verbraucher kosten die EU jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro.
www.bund.net/antibiotikaresistenzen
Weniger MRSA bei Bio- Schweinen
Es sind nicht nur die Hühner: Auch Schweine tragen antibiotikaresistente Keime. In Öko- Schweinehaltungen finden sich davon jedoch deutlich weniger als in konventionellen Betrieben. Andere Haltungsform- weniger MRSA?
In einem BÖLN-finanzierten Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Universität Kassel wurden konventionelle Schweinehaltungen hinsichtlich MRSA verglichen. Darunter Mastbetriebe, Ferkelerzeuger, und Schweinehaltungen mit geschlossenen System.
Ergebnis: In 92 % der untersuchten konventionellen Schweinebestände wurden Keime gefunden, in lediglich 26 % der biologisch bewirtschafteten Betriebe. Die weiteren Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass es vor allem strukturelle Unterschiede sind, die Bio-Betriebe hinsichtlich MRSA besser dastehen lassen. Kleinere Bestände, eine geringere Belegungsdichte und vor allem der stark eingeschränkte Handel mit Tieren sind die Faktoren, die die Wissenschaftler als ausschlaggebend identifiziert haben. Ein geschlossenes System senkt das Risiko deutlich. Die Einschleppung der Keime durch den Tierzukauf sei offensichtlich der größte Risikofaktor für die Ausbreitung von MRSA, meinte Prof. Thomas Blaha von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, einer der Projektteilnehmer. Über Tierzukauf eingetragene MRSA könnten sich im Bio-Betrieb- möglicherweise wegen der geringeren Belegungsdichte-weniger gut ausbreiten.
Angesichts des hohen Vorkommens von MRSA in Tierbeständen gibt es nur eine Schlussfolgerung: Antibiotika dürfen nur dort eingesetzt werden, wo sie zur Behandlung einer Erkrankung wirklich erforderlich sind.
Aus: Bioland 02/2012

